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Psychotische Zustände

Psychotische Zustände– wenn die Realität verschwimmt

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Ich bin schwanger im 9. Monat. Bald soll der Kaiserschnitt sein. Vor einigen Wochen habe ich emotionale Tiefen erlebt. Von Verlusten und Angst. Da ich alleine wohne dachte ich, dass ich wirrende Stimme höre. Ich konnte die Realität und meine Gedanken und die Stimmen, die ich hörte, nicht mehr trennen. Deshalb wende ich mich an Ihnen, denn ich fürchte, dass im Wochenbett eventuell wieder solche Gefühle kommen kann.

Für etwa 1 bis 2 von 1.000 Frauen nach der Geburt wird ein Albtraum Realität: die postpartale Psychose. Psychotische Zustände nach der Geburt (postpartale Psychose) sind schwerwiegende Erkrankungen, die meist durch eine Kombination aus biologischen, hormonellen und psychosozialen Faktoren ausgelöst werden. Hauptursachen sind der rapide Hormonabfall, extremer Schlafmangel, psychiatrische Vorbelastungen (insb. bipolare Störungen oder bekannte Schizophrenie) oder schwere postpartale Depression. Oft beginnt sie schleichend und unerkannt und schlägt dann wie ein Blitz ein. Plötzlich werden existentielle Ängste massiv bedrohlich, begleitet von Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen.

Die betroffenen Frauen spüren eine unaufhörliche Unruhe, der Schlaf bleibt aus, und selbst die einfachsten alltäglichen Aufgaben scheinen unüberwindbar. Die Grenzen zur Realität verschwimmen. In solchen Momenten besteht eine ernsthafte Gefahr – sowohl für die Mutter als auch für ihr Kind. Wahnideen können dazu führen, dass sie sich selbst oder das Kind verletzen könnte.

Schnelle Hilfe ist hier keine Frage, sondern lebensnotwendig. Professionelle Unterstützung kann die Spirale stoppen, Sicherheit schaffen und den Weg zurück in die Realität ebnen. Es ist ein Notfall, bei dem jede Stunde zählt – und bei dem niemand allein bleiben sollte.